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Deern – Bedeutung, Herkunft und Definition des Wortes

Eine echte Hamburger Deern – im Althochdeutschen war Deern bzw. Dirn eine allgemeine Bezeichnung für Mädchen. Heute macht man damit viel eher deutlich, dass man gebürtig aus Hamburg stammt.

Auch im plattdeutschen Sprachgebrauch ist das Wort Deern wiederzufinden: „Min Deern, schnieke süchst ut“ – übersetzt, „Mein Mädchen, was siehste hübsch aus“. Der Begriff Deern bzw. Dirne wird in manchen Regionen mitunter auch eine negative Bedeutung beigemessen – in Form eines leichten Mädchens. Diese Bedeutungsverschlechterung gilt nicht im norddeutschen Sprachraum.

Aussprache & Betonung:

  • Worttrennung:Deern | Wortart: Substantiv, feminin.
  • Silbentrennung
  • Aussprache: IPA: [deːɐ̯n]
  • Im Rechtschreibwörterbuch Duden vertreten.

Verwendungsbeispiele

  • Ich bin eine Hamburger Deern“ (Singular)
  • „Wir sind alle Hamburger Deerns“ (Plural)
  • „Die hübschen Deerns aus Eppendorf“ (Nominativ, Plural)

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Moinsen – Bedeutung, Herkunft und Definition der Anrede

In Hamburg dient „Moinsen“ als Begrüßung und Anrede – basierend auf dem bekannten „Moin“. Ob nun früh am Morgen oder spät in der Nacht. Wie das Ursprungswort, kann es zu jeder Tageszeit verwendet wenden.

Die Entstehung und Herkunft des Wortes ist unklar. Vermutet wird, dass es sich bei Moinsen, um eine Anspielung auf die vielen mit „sen“-endenden Nachnamen (beispielsweise Petersen, Hansen oder Jansen) hierzulande handelt. Heute findet es bis in den Süden Dänemarks alltägliche Verwendung. Jugendsprachlich hört man die Begrüßung auch häufig in Kombination mit Digga.

Bekanntheit von Moinsen

Moinsen hat es bereits in viele Wörterbücher und Online-Dictionary‘s geschafft, ist bislang aber nicht im Duden vertreten. Im Gegensatz zum herkömmlichen „Moin“ bzw. „Moin Moin“, dass überregional deutlich mehr Bedeutung aufweist.

Worttrennung: Moin-Sen | Wortart: Grußformel
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Verwendungsbeispiele

  • „Moinsen! Wie geht’s dir?“ (persönliche Anrede)
  • „Moinsen allerseits! Wie ist die Lage bei Euch?“. (Anrede mehrerer Personen)
  • „Moinsen. Eine Astra Knolle und ein Fischbrötchen mit Lachs bidde“.

Digga – Bedeutung, Herkunft und Definition des Wortes

Wer aus Norddeutschland kommt kennt den Begriff „Digga“. Inzwischen sollte diese Anredeform allerdings auch bundesweit bekannt sein. Nicht zuletzt durch Musik und Film ist der Begriff auch in den entwinkelsten Ortschaften Deutschlands angekommen. Aber was hat es mit „Digga“ bzw. „Digger“ auf sich?

Bedeutung und Definition des Wortes

„Digga“ (auch Digger, Digga, Dicker) wurde vor allem in den 90er Jahren in Hamburg geprägt. Nicht zuletzt durch den damaligen Hiphop-Hype in der Hansestadt.

Das Wort „Digga“ ist zwar vom deutschen Wort „Dicker“ abzuleiten, soll dabei aber nicht auf das Körpergewicht zurückführen, sondern ist vielmehr eine positiv gemeinte Anredeform für Freunde und Kumpel. Fakt ist, „Digga“ (seltener auch Diggah) ist ein Jugendwort, das heute gerne im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet wird. Wie Berliner häufig „Alter“ sagen, benutzen Hamburger nun mal gerne „Digga“.

Digga ist allgegenwärtig in Hamburg

Viele kennen Digga (gesprochen Digger) auch durch den Hamburger Musiker Das Bo und seinem Song „Türlich Türlich“ der im Jahr 2000 die deutschen Charts stürmte. Zuletzt war das Wort auch sehr präsent im Hamburger Tatort mit Kommissar Wotan Wilke Möhring – auffällig war hier die extreme „Digga“-Häufung in knapp 90 Minuten. Überregional machten zuletzt die Hamburger Rap-Kombo Beginner und GZUZ mit ihrem Song „ANHMA“ viral auf den Begriff aufmerksam

Aussprache & Betonung:

  • Worttrennung: Dig-ga
  • Aussprache/Betonung: IPA: [ˈdɪɡɐ]
  • Jugendsprache: Kumpel, Freund meist in direkter Anrede gebraucht

Passende Synonyme:

  • Alter,
  • Typ,
  • Homie,
  • Bruder,
  • Kumpel,
  • Kumpan.

Bedeutungen in verschiedenen Zusammenhängen

  • Das kann nicht wahr sein – Deeegah
  • Jetzt hör mir mal zu – Digga!
  • Traumfrau auf 12 Uhr – Diiiiggaa.
  • Du bist ein Tollpatsch – Diggi!

Diggi: Verniedlichung von Digga

Richtig gelesen! Es gibt auch eine Verniedlichungsform von Digga. Viele verwenden nämlich auch „Diggi“ – es ist eine intimere Form der beschriebenen Anrede und gilt allgemein als Koseform von Digga.

Beispiele zur Verwendung von Digga

  • Was geht’n ab Digga?
  • Digga, hast du gestern das Spiel HSV gegen St. Pauli gesehen?
  • Digga, die Prüfung lief übelst erfolgreich!
  • Moinsen Digga! Wie geht’s Dir?
  • Diggi, reichst Du mir bitte mal den Ketchup rüber?

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